Initiative „Klimapositive Städte und Gemeinden“

Initiative „Klimapositive Städte und Gemeinden“

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. hat die Initiative „Klimapositive Städte und Gemeinden“ ins Leben gerufen, um Kommunen dabei zu unterstützen, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit schneller, breiter und zielorientierter umzusetzen. Ziel ist unter anderem die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Strategien und Lösungen.

Die Kommunen sollen dabei untereinander von bereits gemachten Erfahrungen profitieren. Angesprochen sind alle Städte und Gemeinden, egal ob bereits Nachhaltigkeitsvorreiter oder solche, die noch am Anfang ihres Engagements stehen. Elf Städte zählen zu den Mitinitiatoren.

„Klimapositive Städte und Gemeinden“ ist eine Initiative für gelebte Nachhaltigkeit, konkreten Klimaschutz und mehr Lebensqualität in Kommunen. Es geht um die Initiierung eines umsetzungsorientierten Wissensaustauschs zwischen den Kommunen. „Klimaschutz entscheidet sich auf kommunaler Ebene“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Deshalb ist es wichtig, dass Städte über einzelne Leuchtturmprojekte hinaus handeln. Sie müssen Klimaschutz in die Fläche bringen, zum Standard machen und dabei von gemachten Erfahrungen profitieren.“
Ein zentraler Leitsatz der Initiative ist, dass nicht jede Stadt oder Gemeinde die relevanten Themen von vorne erarbeitet und neu für sich definiert. „Anstatt viel Geld in externe Berater zu investieren oder durch immer wieder gleiche Diskussionen innerhalb von Stadtverwaltungen ausgebremst zu werden, sollte die Kraft in die Umsetzung konkreter Maßnahmen fließen“, so Lemaitre. Viele Kommunen haben bereits Aktivitäten erfolgreich umgesetzt. Diese Erkenntnisse will die Initiative unter den teilnehmenden Kommunen nutzbar machen.

Ganzheitlicher Ansatz verknüpft Klimaschutz mit weiteren Arbeitsfeldern

Inhaltlich geht es nicht nur um Klimaanpassungsstrategien und Klimaschutz. Die geplanten Maßnahmen berücksichtigen auch Handlungsfelder wie Kreislauffähigkeit, Mobilität, Gesundheit, nachhaltiges Bauen, soziale Teilhabe, Wasserkreislauf und Biodiversität ganzheitlich.

„Es bringt nichts, diese Themen losgelöst voneinander zu betrachten und dann nach ein paar Jahren festzustellen, dass wieder etwas vergessen wurde“, so Lemaitre. „Städte und Gemeinden müssen vernetzter handeln und diese anderen Themen direkt mit auf dem Schirm haben, wenn sie die Klimaschutzaufgaben jetzt angehen.“ 

Eine besondere Aufmerksamkeit widmet die Initiative dem Thema Partizipation. Schließlich gehe es beim Klimaschutz darum, Menschen mitzunehmen und den Bürgern ihre Verantwortung und eigenen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sagt Lemaitre.

Klimaschutz wird zurück auf die Agenda gebracht

Der Zeitpunkt zum Start der Initiative wurde ganz bewusst gewählt. „Gerade jetzt zu Coronazeiten wollen wir einen Gegenimpuls setzen und mit der Initiative Klimaschutz wieder nach oben auf die kommunale Agenda bringen“, erklärt Lemaitre. „Und das Wichtigste: wir wollen nicht nur darüber reden, sondern es wirklich tun. Frei nach dem Motto ‚Gestalten statt Verwalten‘.“
Der Einstieg in die Arbeit der Initiative fällt pragmatisch aus. Statt zahlloser Workshops zur Erarbeitung langer Kriterienlisten, sammelt man erfolgreich umgesetzte Maßnahmen und stellt diese den teilnehmenden Städten und Gemeinden zur Verfügung. Angedacht sind in einem ersten Schritt zudem Stadtbesuche und Online-Weiterbildungen für kommunale Mitarbeiter. Weitere Formate zum offenen Erfahrungsaustausch sind ebenfalls geplant.

Elf Städte zählen zu den Initiatoren

Der offizielle Startschuss der Initiative fiel am 21. September 2020 im Rahmen des DGNB Tags der Nachhaltigkeit in Stuttgart. Zu diesem Zeitpunkt hatten die ersten elf Kommunen ihre Teilnahme bereits zugesagt. Neben alten Hasen, die bereits seit vielen Jahren aktiv an dem Thema arbeiten, zählen auch Kommunen dazu, die noch am Anfang stehen und neue Wege gehen wollen. 

Mit dabei sind bisher die Städte Bocholt, Buxtehude, Gudensberg, Heidelberg, Karlsruhe, Ladenburg, Neukirchen-Vluyn, Pforzheim, Stuttgart, Tengen und Ulm.

Die Teilnahme steht allen Kommunen unabhängig von ihrer Größe frei und ist kostenlos. Maßgeblich ist nur das aktive Bekenntnis zur Idee der Initiative und eine aktive Mitarbeit. Interessierte Städte und Gemeinden können sich einfach bei der DGNB melden. Informationen gibt es unter www.klimapositivestadt.de.
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